Textredaktion und Überarbeitung von KI-Texten

Vom Entwurf zum fertigen Text
Textentwürfe entstehen auf unterschiedliche Weise. Sie werden selbst geschrieben, mithilfe von KI (Künstlicher Intelligenz) erstellt oder komplett durch KI erzeugt. Doch von der ersten Version bis zum fertigen Text ist es oft noch ein weiter Weg. Während beim Lektorat und Werbelektorat ein guter Text optimiert wird, wird bei der Textredaktion bzw. der Überarbeitung von KI-Texten (Post-Editing) ein noch unfertiger Text umfassend weiterentwickelt.
Mit meiner Erfahrung als Lektorin, Werbelektorin und Expertin für verständliche Kommunikation sorge ich bei der Textredaktion dafür, dass aus Ihrem Entwurf ein stimmiger und veröffentlichungsreifer Text wird.
Wann ist eine Textredaktion nötig?
Eine redaktionelle Bearbeitung ist zum Beispiel in diesen Fällen notwendig:
- Der Stil des Textes ist uneinheitlich, da mehrere Personen daran gearbeitet haben,
oder der Stil passt nicht zum Unternehmen. - Der Text ist unklar, zu lang oder unnötig kompliziert.
- Aufbau und Argumentationsketten sind nicht logisch.
- Das Sprachniveau passt nicht zur Zielgruppe.
Warum ist eine Überarbeitung von KI-Texten nötig?
KI kann die Texterstellung erleichtern. Sie kann Ideen liefern, Informationen strukturieren und erste Entwürfe erstellen. Aber damit sind die Texte noch nicht fertig. Sprachlich wirken sie zwar oft überzeugend, dennoch gibt es viele Schwachstellen. Zum Beispiel:
- Es wurden Aussagen aneinandergereiht, die in keinem logischen Zusammenhang stehen. Es ist deshalb kein „roter Faden“ erkennbar.
Besonders häufig lässt sich dies bei Übersetzungen in Leichte Sprache beobachten. Mehr dazu weiter unten. - Aussagen sind ungenau, nicht belegbar oder schlichtweg falsch.
Man sagt dazu auch: „Die KI halluziniert.“ - Es gibt viele unklare, allgemeine und austauschbare Formulierungen.
Notwendig ist deshalb immer eine Nachbearbeitung, auch Post-Editing genannt. Ziel ist ein Text, der nicht nur gut klingt, sondern inhaltlich richtig und stimmig ist und zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Zielgruppe passt. Wie umfangreich diese Bearbeitung ist, hängt vom Ausgangstext und vom geplanten Verwendungszweck ab. Sie kann von einer sprachlichen Optimierung bis zu umfangreichen Änderungen von Struktur und Inhalt reichen.
EU AI Act: Kennzeichnungspflicht für reine KI-Texte
Seit Anfang August 2026 müssen KI-generierte Texte, die von öffentlichem Interesse sind und nicht redaktionell nachbearbeitet wurden, laut Art. 50 EU AI Act deutlich sichtbar gekennzeichnet werden. Es reicht dabei nicht, am Ende des Textes einen kleinen Hinweis anzubringen. Lesende müssen schon beim ersten Kontakt erkennen können, dass es sich um einen KI-Text handelt. Die Europäische Kommission gibt Empfehlungen für die Platzierung des Hinweises und macht Vorschläge für geeignete Icons. Durch eine professionelle redaktionelle Nachbearbeitung der Texte entfällt die Pflicht zur Kennzeichnung.
Was ich bei Textredaktion und Post-Editing von KI-Texten mache
Sowohl die Textredaktion als auch das Post-Editing von KI-Texten besteht aus vielen Prüfschritten, die teilweise parallel, teilweise nacheinander durchgeführt werden. Die Abläufe enthalten Elemente des Lektorats, gehen jedoch noch darüber hinaus. Diese Schritte gehören beispielsweise dazu:
- dem Text eine sinnvolle Struktur und einen guten Aufbau geben
- die Aussagen in einen logischen Zusammenhang bringen
- Fakten prüfen und bei Bedarf korrigieren
- das Sprachniveau an die Zielgruppe anpassen
- den Stil des Textes verbessern und vereinheitlichen
- Schreibweisen und Begriffe vereinheitlichen
- eine Layoutkontrolle oder Schlusskorrektur einschließlich Korrektorat durchführen
- zusätzlich bei Leichter Sprache und Einfacher Sprache:
Regelwerke und Normen berücksichtigen und Texte entsprechend überarbeiten
Überarbeitung von KI-generierten Texten in Einfacher und Leichter Sprache
KI kann auch Texte in Leichter Sprache oder Einfacher Sprache erstellen, was jedoch mit besonderen Herausforderungen verbunden ist. Es handelt sich hier in der Regel um Übersetzungen von standardsprachlichen Texten durch spezielle KI-Tools. Häufige Probleme, die dabei auftreten, sind:
- Die KI erkennt nicht, welche Informationen im Ausgangstext für die Zielgruppe relevant sind. Sie erkennt auch nicht, welche zusätzlichen Informationen und Erläuterungen für das Verständnis benötigt werden.
- Die KI nimmt eine Eins-zu-eins-Übersetzung vor, das heißt, die Informationen stehen oft in einer für die Zielgruppe ungeeigneten Reihenfolge.
- Die einzelnen Abschnitte haben oft keine logische Verbindung und wirken zusammenhanglos.
- Wegen der noch sehr begrenzten Menge an hochwertigen Trainingsdaten in Leichter Sprache produziert die KI häufig inhaltliche Fehler.
Ich überarbeite solche Texte redaktionell und berücksichtige dabei zusätzlich die geltenden Regeln und Normen beider Sprachformen. Mehr dazu finden Sie auf den Seiten Leichte Sprache und Einfache Sprache. Wenn Sie sich näher mit den Besonderheiten von KI bei Leichter Sprache beschäftigen möchten, empfehle ich den KI-Kodex, an dessen Erstellung ich als Mitautorin beteiligt war. Sie können ihn hier kostenlos herunterladen: Kodex für den Einsatz von KI für Leichte Sprache – Juni 2025.
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